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Alter Mendelsteig – Zu Fuß auf die Mendel

Auf den Spuren vergangener Zeiten hinauf auf die Mendel: Der Alte Mendelsteig verbindet eine anspruchsvolle Bergwanderung mit einem besonderen Stück Südtiroler Geschichte.

Von St. Anton bei Kaltern führt der steile Steig durch schattige Wälder und über die Hänge des Mendelkamms hinauf zum Mendelpass auf 1.363 Metern. Unterwegs eröffnen sich immer wieder herrliche Ausblicke auf das Überetsch, den Kalterer See und die Dolomiten.

Oben angekommen, erwartet uns nicht nur ein beeindruckendes Panorama, sondern auch eine besondere Rückfahrt: Mit der historischen Mendelbahn schweben wir ganz entspannt wieder ins Tal.

Eine wunderschöne Kombination aus Natur, sportlicher Herausforderung und einem Hauch Nostalgie – bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Tramin aus erreichbar.

Von Tramin fahren wir mit der Buslinie 130 in rund 15 Minuten nach Kaltern. Die Busse verkehren tagsüber in der Regel halbstündlich.

Am Rottenburgerplatz steigen wir in die Linie 132 Richtung St. Anton um. Nach nur wenigen Minuten erreichen wir die Haltestelle direkt an der Talstation der Mendelbahn – unserem Ausgangspunkt für die Wanderung.

Nach dem Aufstieg zum Mendelpass bringt uns die historische Mendelbahn bequem zurück nach St. Anton. Von dort fahren wir über Kaltern wieder nach Tramin.

Die aktuellen Fahrpläne finden Sie auf www.suedtirolmobil.info 

Die Wanderung im Überblick

Ausgangspunkt: St. Anton bei Kaltern, Talstation der Mendelbahn

Ziel: Mendelpass (1.363 m)

Strecke: ca. 4,7 km (nur Aufstieg)

Höhenunterschied: ca. 860 Höhenmeter im Aufstieg

Gehzeit: ca. 2,5–3,5 Stunden, je nach Kondition

Schwierigkeit: Mittelschwer bis anspruchsvoll

Charakter: Steile Bergwanderung auf historischen Wald- und Bergpfaden mit schönen Ausblicken auf das Überetsch und die Dolomiten.

Wegmarkierung: Alter Mendelsteig Nr. 521 M, anschließend Telefonsteig Nr. 521

Besonderheiten: Historischer Mendelsteig, eindrucksvolle Ausblicke, der Mendelpass als ehemaliger Sommerfrischeort und die traditionsreiche Mendelbahn.

Rückweg: Bequeme Talfahrt mit der Mendelbahn nach St. Anton, anschließend mit dem Linienbus über Kaltern zurück nach Tramin.

Voraussetzungen: Gute Kondition, Trittsicherheit und feste Wanderschuhe.

Unser Tipp: Besonders schön bei klarer Sicht. Da der Weg stellenweise sehr steil ist, empfiehlt sich der Aufstieg bei trockenem Wetter.

Wegbeschreibung – Über den Alten Mendelsteig zum Mendelpass

Von St. Anton zum Alten Mendelsteig

Unsere Wanderung beginnt an der Talstation der Mendelbahn in St. Anton bei Kaltern. Wir gehen rechts an der Kirche St. Anton vorbei und folgen der Straße etwa 500 Meter bis zu einer Brücke.

Nach der Brücke biegen wir links und gleich darauf nochmals links bergauf ab. Bei den letzten Häusern folgen wir der Beschilderung „Alter Mendelsteig“ mit der Markierung Nr. 521 M.

Auf historischen Pfaden bergauf

Nun beginnt der eigentliche Aufstieg. Auf schmalen Waldwegen gewinnen wir stetig an Höhe und lassen die Weinberge von Kaltern immer weiter unter uns zurück.

Der historische Steig führt durch die bewaldeten Hänge des Mendelkamms. Zwischendurch öffnen sich schöne Ausblicke auf das Überetsch, den Kalterer See und die gegenüberliegenden Dolomiten.

Etwa auf halber Strecke mündet der Alte Mendelsteig in den Telefonsteig mit der Markierung Nr. 521.

Über den Telefonsteig zum Mendelpass

Wir folgen dem Telefonsteig weiter bergauf. Der Weg bleibt steil und verlangt besonders im oberen Abschnitt eine gute Kondition.

Schließlich erreichen wir den Mendelpass auf 1.363 Metern. Hier lohnt sich eine gemütliche Einkehr und ein Spaziergang zu den Aussichtspunkten mit ihrem beeindruckenden Panorama.

Mit der Mendelbahn zurück ins Tal

Für den Rückweg steigen wir in die historische Mendelbahn. In nur etwa zwölf Minuten bringt uns die Standseilbahn über 850 Höhenmeter hinunter nach St. Anton.

Von der Talstation fahren wir mit dem Linienbus über Kaltern zurück nach Tramin.

Die Mendelbahn – eine technische Sensation von 1903

Als die Mendelbahn am 19. Oktober 1903 eröffnet wurde, war sie eine technische Sensation: die längste Standseilbahn der Welt, die steilste auf dem europäischen Festland und die erste elektrisch betriebene Bahn Tirols.

Geplant vom Schweizer Ingenieur Emil Strub, überwindet sie auf einer Strecke von 2,37 Kilometern beeindruckende 854 Höhenmeter – bei einer maximalen Steigung von 64 Prozent.

Während die Fahrt früher rund eine halbe Stunde dauerte, erreicht die Bahn heute in nur zwölf Minuten den Mendelpass.

Mehr als 120 Jahre nach ihrer Eröffnung gehört die Mendelbahn noch immer zu den eindrucksvollsten Standseilbahnen Europas. Und die Fahrt mit der roten Bahn ist der perfekte Abschluss unserer Wanderung.

Der Mendelpass – Sommerfrische für Kaiser und Könige

Ende des 19. Jahrhunderts war der Mendelpass einer der exklusivsten Sommerfrischeorte der österreichisch-ungarischen Monarchie. Prächtige Grandhotels, elegante Villen und die frische Bergluft lockten wohlhabende Gäste aus ganz Europa an.

Sogar Kaiserin Elisabeth von Österreich, besser bekannt als Sissi, verbrachte 1889 und 1894 einige Tage auf der Mendel. Auch Erzherzog Franz Ferdinand und der Schriftsteller Karl May zählten zu den berühmten Besuchern.

Besonders eindrucksvoll war das 1896 eröffnete Grand Hotel Penegal, das mit seinem Luxus und seiner prachtvollen Architektur für Aufsehen sorgte.

Mit dem Ersten Weltkrieg endete die glanzvolle Epoche der Mendel als mondäner Kurort. Einige der historischen Hotelgebäude stehen jedoch noch heute und erinnern an eine Zeit, als hier die feine Gesellschaft Europas ihre Sommerfrische verbrachte.