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Castelfeder – Auf den Spuren vergangener Zeiten

Ein geheimnisvoller Hügel, uralte Eichen und Mauern, die Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählen: Castelfeder bei Auer gehört zu den außergewöhnlichsten Ausflugszielen im Südtiroler Unterland.

Die gemütliche Wanderung führt uns durch eine beinahe mediterrane Landschaft mit kleinen Weihern, knorrigen Bäumen und sonnenverwöhnten Felsen. Auf der Anhöhe entdecken wir die Überreste alter Befestigungsanlagen und die Ruine der Barbarakapelle – Zeugen einer Geschichte, die Jahrtausende zurückreicht.

Dazu kommen herrliche Ausblicke über das Etschtal und so manche geheimnisvolle Sage.

Ein wunderschöner Ausflug für Naturliebhaber, Familien und alle, die beim Wandern gerne auch ein Stück Geschichte entdecken möchten. Und das Beste: Von Tramin erreichen wir Auer ganz bequem mit dem Bus.

Die Wanderung im Überblick

Ausgangspunkt: Auer, Sportzone Schwarzenbach

Tour: Auer – Castelfeder – Auer

Strecke: ca. 6,1 km

Höhenunterschied: ca. 150 Höhenmeter im Aufstieg

Gehzeit: ca. 1 Stunde 45 Minuten, mit Besichtigungen etwa 2–2,5 Stunden

Schwierigkeit: Leicht

Charakter: Gemütliche Rundwanderung durch eine außergewöhnliche Landschaft mit alten Eichen, mediterraner Vegetation, kleinen Weihern und historischen Ruinen.

Wegmarkierung: Aufstieg Nr. 5, Rückweg über Nr. 6

Besonderheiten: Archäologische Fundstätte Castelfeder, Ruine der Barbarakapelle, historische Ringmauern, sagenumwobene Fruchtbarkeitsrutsche und herrliche Ausblicke auf das Südtiroler Unterland.

Für Familien: Gut geeignet für Familien mit wanderfreudigen Kindern. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert.

Unser Tipp: Besonders schön ist Castelfeder im Frühling, wenn die Wiesen blühen, und im Herbst, wenn sich die Landschaft in warme Farben verwandelt.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Von Tramin fahren wir mit der Buslinie 122 nach Auer. Die Fahrt dauert nur wenige Minuten.

Von Auer aus spazieren wir zur Sportzone Schwarzenbach, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung nach Castelfeder. Je nach Busverbindung können wir einen Teil des Zugangs auch mit einem örtlichen Linienbus zurücklegen.

Nach unserer Wanderung fahren wir von Auer bequem wieder mit dem Bus nach Tramin zurück.

Die aktuellen Fahrpläne und Verbindungen finden Sie auf www.suedtirolmobil.info.

Wegbeschreibung – Von Auer nach Castelfeder

Von Auer hinauf nach Castelfeder

Unsere Wanderung beginnt bei der Sportzone Schwarzenbach am südlichen Ortsrand von Auer. Wir gehen an den Tennisplätzen vorbei, überqueren eine kleine Holzbrücke und gelangen unter der Umfahrungsstraße hindurch zum Fuß des Castelfeder-Hügels.

Hier folgen wir zunächst dem Weg Nr. 5A und anschließend der Markierung Nr. 5 bergauf. Der Pfad führt durch lichte Wälder und zwischen knorrigen Eichen hindurch, bis wir die ersten Felsen und Mauerreste erreichen.

Eine geheimnisvolle Landschaft

Auf dem weitläufigen Hochplateau erwartet uns eine Landschaft, wie man sie in Südtirol kaum ein zweites Mal findet: sanfte Wiesen, mächtige Porphyrfelsen, uralte Eichen und kleine Weiher wechseln sich ab.

Wir wandern weiter zur Ruine der Barbarakapelle und zu den Überresten der historischen Ringmauern. Hier lohnt es sich, etwas länger zu verweilen, die alten Gemäuer zu erkunden und den herrlichen Blick über das Etschtal zu genießen.

Über die Römerstraße zurück nach Auer

Für den Rückweg steigen wir auf der Ostseite des Hügels zum kleinen Wurmsee ab. Anschließend folgen wir der sogenannten Römerstraße, vorbei an alten Felsformationen und weiteren Weihern.

Über die markierten Wege gelangen wir schließlich wieder zur Sportzone Schwarzenbach in Auer, von wo aus wir mit dem Bus nach Tramin zurückfahren.

Die „Kuchelen“ – Spuren einer mächtigen Festung

Was heute wie eine romantische Ruinenlandschaft aussieht, war vor rund 1.500 Jahren eine mächtige Festung. Im frühen 6. Jahrhundert ließen die Byzantiner den strategisch gelegenen Hügel Castelfeder befestigen. Eine rund 500 Meter lange Ringmauer bot den Menschen des Etschtals in unruhigen Zeiten Schutz.

Besonders eindrucksvoll sind die sogenannten „Kuchelen“: erhaltene Mauerbögen, die einst einen Wehrgang trugen. Ihre Bauweise erinnert sogar an die mächtigen Stadtmauern von Konstantinopel.

Nur wenige Schritte entfernt entdecken wir die Ruine der Barbarakapelle, deren Ursprünge ebenfalls ins 6. Jahrhundert zurückreichen. Sie zählt zu den ältesten Zeugnissen christlicher Baugeschichte in dieser Gegend.

Wer heute zwischen den alten Mauern steht und über das Etschtal blickt, kann sich gut vorstellen, weshalb dieser Hügel über Jahrtausende eine so besondere Bedeutung hatte.

Die Fruchtbarkeitsrutsche – ein Stein voller Geheimnisse

Auf Castelfeder befindet sich eine ganz besondere Sehenswürdigkeit: die sogenannte Fruchtbarkeitsrutsche, auch Heidenrutsche genannt. Die glatt polierte Felsfläche aus Porphyr soll einst Teil eines alten Fruchtbarkeitskultes gewesen sein.

Der Überlieferung nach rutschten Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch über den Stein, in der Hoffnung, bald Mutter zu werden. Ob dieser Brauch tatsächlich bis in die Frühgeschichte zurückreicht, ist allerdings nicht bewiesen.

Nicht weniger geheimnisvoll sind die Schalensteine, in deren Oberfläche kleine, runde Vertiefungen eingearbeitet wurden. Bis heute rätseln Forscher über ihre ursprüngliche Bedeutung. Waren sie Teil religiöser Rituale, dienten sie als Opferstätten oder hatten sie einen ganz anderen Zweck?

Vielleicht ist es gerade dieses Zusammenspiel aus Geschichte, Legenden und ungelösten Rätseln, das Castelfeder zu einem so faszinierenden Ort macht.