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Eislöcher bei Eppan – Wanderung zu einem faszinierenden Naturphänomen

Mitten im warmen Südtiroler Überetsch gibt es einen Ort, an dem selbst im Hochsommer eisige Kälte herrscht. Zwischen mächtigen, moosbewachsenen Felsblöcken strömt überraschend kalte Luft hervor – willkommen bei den Eislöchern von Eppan!

Unsere Wanderung führt durch schattige Wälder und eine abwechslungsreiche Landschaft zu diesem außergewöhnlichen Naturphänomen. Hier erleben wir hautnah, wie die Natur ihren eigenen Kühlschrank geschaffen hat.

Besonders faszinierend ist die Pflanzenwelt: In den kühlen Felsspalten gedeihen Pflanzen, die normalerweise erst in deutlich höheren Berglagen vorkommen.

Und wer bereits unsere Wanderung zu den Warmlöchern am Kalterer See kennt, entdeckt hier das spannende Gegenstück: Während dort warme Luft aus dem Fels strömt, sorgt sie bei den Eislöchern für eine natürliche Abkühlung.

Eine Wanderung voller kleiner Überraschungen – ideal für alle, die Südtirol abseits der bekannten Wege entdecken möchten.

Die Wanderung im Überblick

Ausgangspunkt: St. Michael in Eppan

Tour: St. Michael – Eislöcher – durch die Wald- und Weinlandschaft zurück nach St. Michael

Strecke: ca. 6,5 km

Höhenunterschied: ca. 300 Höhenmeter im Aufstieg

Gehzeit: ca. 2,5 Stunden, ohne längere Pausen

Schwierigkeit: Leicht bis mittelschwer

Charakter: Abwechslungsreiche Wanderung auf Waldwegen, schmalen Pfaden und ruhigen Verbindungswegen.

Besonderheiten: Eiskalte Luft aus Felsspalten, seltene Pflanzen, mächtige Porphyrblöcke und schöne Ausblicke auf die Landschaft des Überetsch.

Voraussetzungen: Normale Grundkondition und feste Wanderschuhe. Rund um die Eislöcher können die Wege feucht und rutschig sein.

Beste Wanderzeit: Frühling bis Herbst. Besonders eindrucksvoll an heißen Sommertagen, wenn der Temperaturunterschied deutlich spürbar ist.

Anreise: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Tramin über Kaltern nach St. Michael in Eppan.

Unser Tipp: Eine leichte Jacke mitnehmen! Auch an warmen Tagen kann es zwischen den Felsblöcken überraschend kühl werden.

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Wanderung zu den Eislöchern lässt sich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln unternehmen.

Von Tramin fahren wir mit der Buslinie 130 nach Kaltern. Dort steigen wir in die Linie 132 Richtung Eppan und Bozen um und fahren bis St. Michael in Eppan.

Hier beginnt unsere Wanderung durch die Weinberge und Wälder zu den Eislöchern. Nach der Rundwanderung fahren wir über Kaltern wieder zurück nach Tramin.

Die aktuellen Busverbindungen und Abfahrtszeiten finden Sie unter www.suedtirolmobil.info.

Wegbeschreibung – Von St. Michael zu den Eislöchern

Unsere Rundwanderung beginnt am Dorfplatz von St. Michael in Eppan. Von hier folgen wir den Wegweisern in Richtung Gleifkirche. Ein schöner Weg führt durch Weinberge und schattigen Laubwald hinauf zur kleinen Wallfahrtskirche, von der wir einen herrlichen Blick über Eppan genießen.

Anschließend wandern wir weiter zum historischen Ansitz Moos-Schulthaus und folgen dem Wanderweg Nr. 540 durch die Obst- und Weingärten zum Gasthof Steinegger.

Hier führt uns der Weg Nr. 7A durch den Wald zu den Eislöchern. Schon kurz vor unserem Ziel spüren wir, wie sich die Luft merklich abkühlt. Zwischen mächtigen, moosbewachsenen Porphyrblöcken liegt eine geheimnisvolle kleine Welt, in der selbst im Hochsommer erstaunlich niedrige Temperaturen herrschen.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung folgen wir dem Weg Nr. 15 ein Stück zurück und zweigen anschließend auf den Wanderweg Nr. 540 ab.

Durch Weinberge und vorbei an den historischen Schlössern Englar und Gandegg gelangen wir schließlich zurück nach St. Michael.

Eine abwechslungsreiche Rundwanderung, die ein außergewöhnliches Naturphänomen mit der Geschichte und Kulturlandschaft Eppans verbindet.

Noch nicht müde genug? Der Eppaner und Kalterer Höhenweg

Wer nach dem Besuch der Eislöcher noch höher hinaus möchte, findet am Fuße des Mendelkamms zwei besonders schöne Wandermöglichkeiten: den Eppaner Höhenweg und den Kalterer Höhenweg.

Vom Gasthof Steinegger, an dem unsere Rundwanderung vorbeiführt, gelangt man über die Wege Richtung Matschatsch zu den höher gelegenen Wanderwegen.

Der Eppaner Höhenweg führt durch ausgedehnte Wälder oberhalb von Eppan und bietet immer wieder herrliche Ausblicke auf das Überetsch und die umliegende Bergwelt.

Der Kalterer Höhenweg verläuft weiter südlich oberhalb von Kaltern. Zwischen schattigen Waldabschnitten und aussichtsreichen Passagen eröffnet sich ein wunderschöner Blick über den Kalterer See und das Südtiroler Unterland.

Beide Höhenwege sind eigenständige, deutlich längere Wanderungen, für die ausreichend Zeit und Kondition eingeplant werden sollten. Wer die Bergwelt rund um Eppan und Kaltern noch intensiver entdecken möchte, findet hier wunderbare Möglichkeiten.

Die Eislöcher – ein natürlicher Kühlschrank mitten im Sommer

Während im Sommer rund um Eppan die Temperaturen auf über 30 Grad steigen können, herrscht zwischen den Felsblöcken der Eislöcher eine erstaunliche Kälte. An manchen Stellen sinkt die Temperatur auf nahezu 0 Grad Celsius.

Das Geheimnis liegt im Inneren des Berges: Zwischen den mächtigen Porphyrblöcken befindet sich ein weit verzweigtes System aus Hohlräumen und Spalten. Im Winter dringt kalte Luft tief in das Gestein ein und kühlt es ab. In der warmen Jahreszeit strömt die kalte, schwere Luft an tiefer gelegenen Öffnungen wieder nach außen.

So entsteht mitten im milden Überetsch ein ungewöhnliches Mikroklima. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das an der Pflanzenwelt: Hier gedeihen sogar alpine Pflanzenarten, die normalerweise erst in deutlich höheren Lagen vorkommen.

Die Eislöcher stehen unter Naturschutz. Damit dieses empfindliche Naturwunder erhalten bleibt, sollten Besucher unbedingt auf den markierten Wegen bleiben und die Pflanzen nicht berühren oder pflücken.

Eislöcher und Warmlöcher – zwei faszinierende Gegensätze

Die Natur hat im Südtiroler Unterland noch eine weitere Überraschung zu bieten: Während bei den Eislöchern in Eppan selbst im Hochsommer eisige Luft aus den Felsspalten strömt, lässt sich am Mitterberg oberhalb des Kalterer Sees das gegenteilige Phänomen beobachten.

Dort befinden sich die sogenannten Warmlöcher. Durch ein natürliches System aus Hohlräumen und Felsspalten kann im Winter vergleichsweise warme Luft aus dem Berginneren nach außen strömen.

Besonders spannend: Beide Naturphänomene hängen mit der Luftzirkulation im zerklüfteten Gestein zusammen. Je nach Jahreszeit und Temperaturunterschied entstehen dabei ganz unterschiedliche Bedingungen.

Wer auch die warme Seite dieses Naturwunders kennenlernen möchte, entdeckt sie auf unserer [Rundwanderung zur Leuchtenburg, zu den Rosszähnen und Warmlöchern] – mit herrlichen Ausblicken auf den Kalterer See und einer mittelalterlichen Burgruine.

Schloss Englar und Schloss Gandegg – Zeugen vergangener Jahrhunderte

Nicht nur die Natur macht unsere Wanderung zu den Eislöchern besonders. Auch die Geschichte begleitet uns auf Schritt und Tritt. Zwischen Weinbergen und alten Bäumen entdecken wir zwei eindrucksvolle Adelssitze: Schloss Englar und Schloss Gandegg.

Schloss Englar zählt zu den bemerkenswerten spätgotischen Ansitzen Südtirols. Mit seinen charakteristischen Erkern, Türmen und dem steilen Dach erinnert es an die Zeit, als wohlhabende Adelsfamilien das Überetsch prägten. Heute beherbergt das historische Gebäude ein Hotel.

Nur wenig entfernt liegt Schloss Gandegg, dessen markante Türme und Renaissancearchitektur schon von Weitem ins Auge fallen. Das Schloss befindet sich in Privatbesitz und lässt sich besonders schön von außen bewundern.

Gemeinsam erzählen die beiden Ansitze von einer Region, in der Weinbau, adelige Wohnkultur und jahrhundertealte Geschichte eng miteinander verbunden sind. Ein reizvoller Kontrast zur wilden, ursprünglichen Felslandschaft der Eislöcher.

Die Gleifkirche – ein barockes Schmuckstück über Eppan

Auf einer Anhöhe oberhalb von St. Michael in Eppan liegt die malerische Gleifkirche, auch Wallfahrtskirche Maria Heimsuchung genannt. Mit ihren beiden charakteristischen Kuppeltürmen ist sie schon von Weitem zu erkennen.

Die barocke Kirche wurde im 18. Jahrhundert errichtet und ist über einen historischen Kreuzweg mit dem Dorf verbunden. Vierzehn Kreuzwegstationen begleiten den Aufstieg und verleihen dem Weg eine besondere Atmosphäre.

Oben angekommen, lohnt sich eine kleine Pause. Von der Kirche eröffnet sich ein herrlicher Blick über St. Michael, die umliegenden Weinberge und die sanften Hügel des Überetsch.

Ein schöner Auftakt unserer Wanderung zu den Eislöchern, bei dem sich Natur, Geschichte und ein wenig Besinnlichkeit miteinander verbinden.