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Überetscher Hütte & Roen – die Königstour über Tramin

Hoch über den Weinbergen von Tramin erhebt sich der mächtige Roen. Seine steilen Felswände prägen das Landschaftsbild und machen schon vom Tal aus Lust auf ein echtes Bergerlebnis.

Die anspruchsvolle Wanderung führt vom Dorf hinauf zum Gummererhof, durch dichte Bergwälder und über steile, felsige Passagen bis zur Überetscher Hütte auf rund 1.775 Metern. Dort erwartet uns eine beeindruckende Aussicht über das Südtiroler Unterland – und eine wohlverdiente Einkehr.

Wer noch genügend Kraft und Bergerfahrung mitbringt, kann die Tour bis zum Gipfel des Roen auf 2.116 Metern verlängern. Oben öffnet sich ein großartiges Panorama über die Dolomiten und die umliegende Bergwelt.

Eine Tour für ausdauernde, bergerfahrene Wanderer, die unsere Heimat einmal von ganz oben erleben möchten.

Die Wanderung im Überblick

Ausgangspunkt: Tramin, Dorfzentrum

Tour: Tramin – Gummererhof – Überetscher Hütte – optional Roen (2.116 m)

Höhenlage Überetscher Hütte: ca. 1.775 m

Höhenlage Roen: 2.116 m

Schwierigkeit: Anspruchsvolle Bergwanderung; die direkte Gipfelvariante über den Roen-Klettersteig ist ein Klettersteig und keine gewöhnliche Wanderung.

Charakter: Langer, steiler Aufstieg durch Bergwald und felsiges Gelände mit beeindruckenden Ausblicken auf das Südtiroler Unterland.

Voraussetzungen: Sehr gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und geeignete Bergschuhe. Für den Klettersteig zusätzlich entsprechende Ausrüstung und Erfahrung.

Besonderheiten: Überetscher Hütte am Fuß der Roen-Felswände, eindrucksvolle Berglandschaft und ein herrliches Gipfelpanorama.

Unser Tipp: Wer den Roen ohne Klettersteig besteigen möchte, wählt den längeren Wanderweg über die Romenoalm. Vor der Tour unbedingt Wetter, Wegverhältnisse und Öffnungszeiten der Hütte prüfen.

Wegbeschreibung – Von Tramin zur Überetscher Hütte

Von Tramin zum Gummererhof

Vom Dorfzentrum in Tramin wandern wir über die Mühlgasse bergauf und folgen der Markierung Nr. 10 in Richtung Gummererhof. Der Weg führt zunächst entlang des Höllentalbachs und anschließend durch den Wald hinauf zum Berggasthof Gummererhof auf rund 750 Metern.

Über die Weißen Rissen zur Göllerwiese

Ab dem Gummererhof folgen wir weiterhin dem Wanderweg Nr. 10. Nun beginnt der anspruchsvollere Teil der Tour: In steilen Serpentinen steigen wir durch die sogenannten Weißen Rissen auf. Die hellen, felsigen Hänge verlangen gute Kondition und Trittsicherheit.

Eine kurze, ausgesetzte Passage ist mit einem Drahtseil gesichert. Immer wieder eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf Tramin und das weit unter uns liegende Südtiroler Unterland.

Über den Kleinen Göller erreichen wir schließlich die Göllerwiese, eine idyllische Waldlichtung, die sich für eine kurze Rast anbietet.

Durch den Bergwald zur Überetscher Hütte

Wir folgen der Markierung Nr. 523, wandern durch dichten Nadelwald und passieren die Jägerhütte. Nach einem Wasserfall erwartet uns noch ein steiler, anstrengender Schlussanstieg.

Dann ist es geschafft: Auf rund 1.775 Metern erreichen wir die Überetscher Hütte, die auf einem aussichtsreichen Absatz unterhalb der mächtigen Roen-Felswände liegt.

Hier haben wir uns eine ausgiebige Pause verdient. Von der Hüttenterrasse genießen wir den Blick über das Tal und die umliegende Bergwelt.

Gipfelverlängerung – Auf den Roen (2.116 m)

Von der Überetscher Hütte zur Romenoalm

Wer nach dem langen Aufstieg noch genügend Kraftreserven hat, kann die Wanderung bis zum Gipfel des Roen verlängern.

Von der Überetscher Hütte führt der Wanderweg zunächst in Richtung Romenoalm (Malga di Romeno). Diese Variante umgeht die steilen Felswände des Roen und ist die geeignete Alternative für Bergwanderer, die keinen Klettersteig begehen möchten.

Über die Almwiesen zum Gipfel

Von der Romenoalm folgen wir dem markierten Wanderweg hinauf zum Roen. Die Landschaft wird zunehmend offener, bis wir schließlich das weitläufige Gipfelplateau auf 2.116 Metern erreichen.

Oben erwartet uns ein beeindruckendes Panorama: Der Blick reicht über das Südtiroler Unterland, die Dolomiten und bei guter Fernsicht weit in die umliegende Bergwelt.

Abstieg

Für den Rückweg wandern wir über die Romenoalm zur Überetscher Hütte zurück und steigen anschließend auf dem bekannten Weg nach Tramin ab.

Wichtig: Auch ohne Klettersteig ist die Gipfelverlängerung eine lange und konditionell anspruchsvolle Bergtour. Sie sollte nur bei stabilen Wetterverhältnissen und mit ausreichend Zeitreserven unternommen werden.

Alternative für erfahrene Klettersteiggeher

Der Roen-Klettersteig: Von der Überetscher Hütte führt auch ein direkter, mit Stahlseilen und Leitern gesicherter Klettersteig durch die Felswand zum Roen. Diese Variante ist ausschließlich für entsprechend erfahrene und ausgerüstete Bergsteiger geeignet. Klettersteigset, Helm und die nötige Schwindelfreiheit sind Voraussetzung.

Die Überetscher Hütte – ein Logenplatz am Roen

Auf rund 1.775 Metern, unmittelbar unter den imposanten Felswänden des Roen, liegt die Überetscher Hütte. Sie wurde bereits 1913 erbaut und blickt damit auf eine lange Geschichte als Stützpunkt für Bergwanderer und Alpinisten zurück.

Ihre besondere Lage macht sie zu einem der schönsten Aussichtspunkte oberhalb von Tramin. Von der Terrasse öffnet sich ein herrlicher Blick über das Südtiroler Unterland, während sich hinter der Hütte die mächtigen Felswände des Roen erheben.

Ein wunderbarer Ort, um nach dem anstrengenden Aufstieg einzukehren, die Bergluft zu genießen und die Aussicht auf sich wirken zu lassen.

Ein Gipfelkreuz mit besonderer Geschichte

Wer den Gipfel des Roen auf 2.116 Metern erreicht, wird überrascht sein: Statt eines Gipfelkreuzes steht auf dem höchsten Punkt lediglich ein Metallpfosten.

Das weithin sichtbare Kreuz befindet sich etwas weiter südlich, auf einem vorgelagerten Bergrücken beim Schwarzen Kopf. Und das hat einen besonderen Grund: Es wurde bewusst so aufgestellt, dass man es vom Tal aus sehen kann.

Denn von Tramin aus erscheint der Schwarze Kopf sogar mächtiger als der dahinterliegende Roen. Das Kreuz ist deshalb nicht nur ein beliebtes Fotomotiv für Wanderer, sondern auch ein vertrauter Anblick für die Menschen im Tal.

Das Kreuz am Schwarzen Kopf